Ukraine-Hilfe: Stoma-Material dringend benötigt!

Die ganze Welt schaut schockiert auf Russlands brutalen Angriffskrieg in der Ukraine und damit inmitten Europas. Das Leid in der Ukraine ist schon jetzt von ungeheurem Ausmaß. Ganz besonders betroffen sind Menschen, die dauerhaft auf Medikamente und medizinische Versorgung angewiesen sind. Und auch wenn sie in den Nachrichten häufig nicht erwähnt werden: Darunter sind auch viele tausend Stoma-TrägerInnen in der Ukraine. Sie alle sind jetzt auf unsere Hilfe angewiesen!

Neben medizinischen Spenden aller Art wird auch Stoma-Material dringend benötigt, wie mir die ukrainische Stoma-Organisation ASTOM UKRAINE zurückmeldete:

„Stoma products are very much needed. We are very grateful for your willingness to help!“ / Stomaprodukte werden sehr dringend benötigt. Wir sind sehr dankbar für eure Bereitschaft zu helfen!

Inna Murtazina aus Chernivtsi, ASTOM UKRAINE

Da ich weiß, dass mittlerweile eine beträchtliche Leserschaft aus medizinischem Personal, CED-PatientInnen sowie aktuellen und ehemaligen Stoma-TrägerInnen meinen Berichten folgt, will ich diese Reichweite nutzen. Neben der ukrainischen Organisation habe ich dazu auch mit der entsprechenden deutschen Stoma-Organisation, der Deutschen ILCO e. V., Kontakt aufgenommen. Nur dank ihnen ist diese Aktion möglich! Deshalb bitte ich nun um DEINE Unterstützung!

Was benötigt wird:

Die Stoma-TrägerInnen in der Ukraine benötigen auch in der derzeitigen Krise weiterhin Materialien, um ihr Stoma entsprechend zu versorgen.

Folgendes Stoma-Material wird dringend gebraucht:

  • Zweiteilige Beutelsysteme (möglichst keine angebrochenen Packungen/Kleinstmengen!)
  • Einteilige Beutelsysteme (auch angebrochene Packungen!)
  • Ungeöffnete Cremes und Sprays (Hautschutz, Pflasterentferner, etc.)
  • Kompressen und Tupfer (nur ungeöffnete Verpackungen!)
  • kein Material für Irrigation (derzeit nicht benötigt)

Das Material muss in tadellosem Zustand sein, um eine sichere Versorgung gewährleisten zu können. Darauf sind die Menschen derzeit mehr angewiesen, als je zuvor. Beschädigte, verschmutzte oder unvollständige Materialien binden unnötige Ressourcen und schaden deshalb, anstatt zu helfen. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Materialien gespendet werden können, dann nimm gerne Kontakt auf:

Wie DU jetzt helfen kannst:

Ukraine-Hilfe: Stoma-Material spenden

Wenn du ein Stoma hast oder hattest:

Du hast ein Stoma? Dann geht es dir höchstwahrscheinlich wie mir und du hast über die Zeit einen mehr oder weniger großen Vorrat an verschiedensten Materialien zur Stoma-Versorgung angesammelt. Man weiß ja nie, wann man es dann doch wieder braucht…

Falls das so ist, dann ist dieser Zeitpunkt des Brauchens jetzt da! Wir haben das Glück, jederzeit auf eine umfassende medizinische Versorgung zurückgreifen zu können. Solltest du plötzlich doch wieder Kompressen oder spezielle Beutel brauchen, dann bekommst du sie innerhalb kürzester Zeit. Für die Menschen in der Ukraine ist das nicht mehr so.

Du hattest mal ein Stoma und es wurde erfolgreich zurückverlegt? Perfekt! Ich hoffe, du lebst glücklich und bist nicht mehr auf die Stoma-Materialien angewiesen. Anstatt sie wegzuwerfen, ist nun die ideale Gelegenheit um damit anderen zu helfen!

Wenn du Stoma-Material besitzt, dass oben auf der Liste aufgeführt wurde und du darauf verzichten kannst, dann spende es und hilf den Menschen in der Ukraine!

Die Spende kannst du ganz einfach per Post an die zentrale Annahmestelle verschicken oder auch persönlich abgeben. Nachdem du gecheckt hast, dass die Materialien nicht beschädigt, verschmutzt oder unvollständig sind, schickst du sie per Post an folgende Adresse:

Deutsche ILCO e.V.
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn

Wenn du im medizinischen Bereich arbeitest:

Du hast selbst kein Stoma aber beruflich damit zu tun? Dann ergreif gern die Initiative und überprüfe, ob dein Unternehmen oder deine Einrichtung Stoma-Material spenden kann. Jede Packung zählt und vielleicht gibt es bei euch Restbestände, auf die ihr verzichten könnt.

Wenn du im Raum Köln/Bonn lebst:

Die Deutsche ILCO e.V. realisiert den praktischen Teil dieser Aktion über ehrenamtliche Mitarbeiter in ihrer Geschäftsstelle in Bonn. Damit sind glücklicherweise einige Ressourcen zum Bearbeiten der Spenden verfügbar. Diese sind allerdings begrenzt. Je nach Umfang der Spenden könnte es also sein, dass in der Geschäftsstelle in Bonn Hilfe benötigt wird. Falls du im Raum Köln/Bonn lebst und dir vorstellen könntest, bei der Verarbeitung der Spenden zu unterstützen, dann nimm unverbindlich Kontakt zu mir auf! Ob und wann eine solche Unterstützung nötig werden sollte, steht noch nicht fest. Sollte es soweit kommen, würde ich dich im Fall einer vorherigen Kontaktaufnahme informieren.

Wenn du auf anderem Weg helfen willst:

Solltest du kein Stoma-Material spenden können, dann kannst du natürlich trotzdem helfen. Am einfachsten geht das über eine Geldspende. Damit kannst du zum Beispiel über die „Aktion Deutschland Hilft“ direkt den Menschen in der Ukraine helfen:

Spendenseite der Aktion Deutschland Hilft

Wenn du direkt diesen Spendenaufruf unterstützen möchtest, dann kannst du auch an die Deutsche ILCO e.V. spenden. Sie ist die deutsche Selbsthilfevereinigung von Stomaträgern, Menschen mit Darmkrebs und ihren Angehörigen. Nur durch ihr Engagement funktioniert diese Aktion überhaupt:

Spendenseite der Deutschen ILCO e.V.

Darüber hinaus kannst du helfen, indem du diesen Spendenaufruf teilst. Wenn du andere Stoma-TrägerInnen oder medizinische MitarbeiterInnen kennst, die potenziell Stoma-Material spenden können, dann mach Sie auf die Möglichkeit aufmerksam! Gemeinsam können wir es schaffen, den Betroffenen in der Ukraine wenigstens diese Sorge zu nehmen!

Was mit dem gespendeten Material geschieht:

Wenn du Material spenden kannst, dann schicke es per Post an die Deutsche ILCO e.V. in Bonn. Den dortigen Ansprechpartnern bin ich sehr dankbar, dass sie in noch größerem Umfang helfen, als ich das derzeit kann: Die Deutsche ILCO e.V. übernimmt die gesamte Annahme, Sortierung sowie den Transport der Spenden.

Deine Spende wird nach dem Versand also in Bonn angenommen und sortiert. Dies ist wichtig, damit die Stoma-Materialien auch zusammenpassen und wirklich helfen können. Alle Materialien, die nicht in tadellosem Zustand sind, müssen in diesem Schritt leider aussortiert werden. Bitte achte deshalb vor der Spende darauf, dass alles den oben beschriebenen Anforderungen entspricht. So erleichterst du allen die Arbeit!

Nach der Sortierung erfolgt dann der Transport in die Ukraine. Durch die Zusammenarbeit mit der ukrainischen Stoma-Organisation können die Materialien dort gezielt an Stoma-TrägerInnen verteilt werden. Außerdem erhalten sie durch die ASTOM UKRAINE Hilfestellung bei der Versorgung.

So kann der Karton, der bei dir vielleicht schon seit Wochen im Schrank rumliegt, einem Menschen helfen, der im Krieg um sein Überleben und für die Freiheit der Ukraine kämpft.

Ich selbst werde all meine Stoma-Materialien, die ich nicht unbedingt benötige, auf diesem Weg spenden. Wenn du dies ebenfalls tust, dann gilt dir mein größter Dank. Und auch die betroffenen Menschen in der Ukraine, vertreten durch die ASTOM UKRAINE, wollen euch sagen:

„I am very touched by your concern and sincerely thank you for your help!“ / Ich bin sehr gerührt von deiner Sorge und danke dir aufrichtig für deine Hilfe!

Inna Murtazina aus Chernivtsi, ASTOM UKRAINE

4 Antworten auf „Ukraine-Hilfe: Stoma-Material dringend benötigt!“

Das BeuteltierNetzwerk hat bereits einiges auf den Weg gebracht. Auf der Webseite findet man Adressen u d einen Hinweis zum Ausdrucken in den relevanten Sprachen!

Wir sammeln ständig für Bedürftige im In- und Ausland!

Dumme Frage, wie ist das rechtlich gesehen, wenn ich einen Teil meines Materials, das ich sonst selbst verwenden würde spende ? Ich muss ja dann früher nachbestellen. Sind da die Krankenkassen und Versorger unkompliziert in dieser Notlage der Ukraine ?

Hey Tobias,
das ist eine gute Frage. Ich würde aber davon abraten; denn das ist ja nicht wirklich der Sinn der Sache und rechtlich sicherlich fragwürdig. Spende stattdessen lieber Material, auf dass du wirklich verzichten kannst. (Z.B. durch Beutelumstellung)

LG
Lasse

Hi Lasse, danke für deine Antwort. Ich könnte evtl. noch bei meiner Krankenkasse fragen, aber vielleicht hast du recht.

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